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Seidenstraßen-Kongress in Nürnberg – Viel Chancen und jede Menge Zweifel

Thomas Fritsch Chief Editor

Seidenstrasse ist mehr als ein Transportkorridor


Zahlreiche Unternehmer und Experten tauschten sich vorige Woche in Nürnberg auf dem Messegelände beim zweiten Seidenstraßen-Kongress aus und diskutierten über neue Chancen.

Mit der neuen Seidenstraße will die Volksrepublik Handelswege zwischen China und der Welt ausbauen und den Zugang zu neuen Märkten besser vernetzen. 

Die Seidenstrasseninitiative, die vor sechs Jahren gestartet wurde, funktioniert bereits wie Prof. Taube von der Universität Duisburg-Essen betont. Dabei handele es sich wohl um eines der letzten wirklich multilateralen Projekte und könnte Europa und insbesondere Deutschland sehr entgegen kommen. Dabei handele es sich nicht nur um einen Transportkorridor nach Duisburg (Duisport) oder Nürnberg Hafen sondern vor allem um ein Infrastrukturprojekt entlang der Länder an der Seidenstrasse, die bislang keinen echten Zugang zum Weltmarkt hatten. Genau hier seien bereits einige Wohlfahrtseffekte zu erkennen und hier könne die Wirtschaft aller Bereiche in Europa profitieren, wenn sie nur wolle.

Dr. Roland Fleck (CEO, Nürnberg Messe): "Chinas Initiative wird die Weltwirtschaft entscheidend prägen"
Den rund 250 Teilnehmern des Seidenstraßen-Kongresses in Nürnberg werden neue Wege aufgezeigt. In Beratungsgesprächen konnten sich die Unternehmer über Kontakte und neue Möglichkeiten in China informieren. Unternehmen wie Max Bögel und Rödl und Partner berichten über ihre langjährigen Erfahrungen entlang der Seidenstraße.

"Chinas Belt and Road Initiative wird die Weltwirtschaft entscheidend prägen und zahlreiche neue Wirtschaftsregionen entstehen lassen. Davon können europäische Unternehmen profitieren", so Roland Fleck, Chef der Messe Nürnberg.  

Win Win Situation ist möglich: Generalkonsul Zhang Yue
Vertreter aus Politik, Handel und Industrie sehen durchaus realistische Chancen für alle Beteiligten und nicht nur für die Chinesischen Initiatoren , wenn klare und faire Regeln ausgehandelt und gemeinsame Werte verfolgt werden.

Hier gelte es auch eindeutiger zu kommunizieren, dass in dem Projekt Seidenstrasse auch jetzt schon ca. 500000 Mio € aus der Europäischen Union stecken, die auch Europäischen Unternehmen zu Gute kommen sollen. 

Schon jetzt schaffe die Initiative Seidenstrasse tausende von Arbeitsplätzen entlang der Route, bemerkt Chinas Generalkonsul Herr Zhang Yue, auch in Deutschland. Insgesamt seien entlang der Seidenstrasse 80 neue Industriezonen geplant, in Weissrussland entsteht in der Nähe von Minsk gerade ein Industriepark mit einer geplanten Ausdehnung größer als die Fläche von Paris mit dem schönen Namen „Great Stone“.

Wenn der Wind der Veränderung weht bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen (Chinesische Weisheit)
Die Teilnehmer waren sich mehrheitlich einig, dass sich in der momentanen Zeitenwende die Ausrichtung der Handelsströme eindeutig von Ost nach West gedreht haben, dabei gibt es besonders in Europa Chancen, aber auch Misstrauen und Zweifel.

Die Europäische Union hat mit ihrer Konnektivitätsstrategie eine klare Antwort pro Seidenstrasse gesetzt, das Vorhaben jedoch schlecht kommuniziert. In der Praxis müssen Rechtsicherheit und klare Absprachen und Einhaltungen der Vergabepolitik entlang der Route propagiert, positive Beispiele und Erfolgsgeschichten geschrieben werden, dann kann sich die Investition für alle mutigen Unternehmer lohnen. In einer Welt, die den freien Handel zumindest zur Zeit mehr eingrenzt, kommt die Schaffung neuer Märkte durch Infrastruktur doch mehr als gelegen. Kein Land der EU wird das alleine bestehen können, aber vor allem die Europäische Union sollte nun zügig die Bedingungen einstimmig und ohne wenn und aber mit den Chinesen festlegen und nicht nur finanziell unterstützen.

Thomas Fritsch
CEO Foundry-Planet

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