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19. Januar 2012

Gusswerk Waltenhofen GmbH stellt Insolvenzantrag

Rechtsanwalt Dr. Michael Jaffé Vorläufiger Insolvenzverwalter der Gusswerk Waltenhofen GmbH, Waltenhofen

Vorläufiger Insolvenzverwalter will Betrieb stabilisieren und Produktionweiter aufrechterhalten

- Schwierige Ausgangsbedingungen: Anlagen wurden teilweise abgebaut
- Erste Gespräche mit Kunden und Lieferanten

- Mitarbeiter informiert, Lohn- und Gehaltszahlungen bis Ende Märzgesichert

Kempten/Waltenhofen, 19. Januar 2012. „Wir wollen die Produktion aufrechterhalten und den
Betrieb fortführen. Dazu brauchen wir aber die volle Unterstützung von Mitarbeitern, Kunden und
Lieferanten, denn die Ausgangslage ist schwierig“, sagte der vom Amtsgericht Kempten bestellte vorläufige Insolvenzverwalter über das Vermögen der Gusswerk Waltenhofen GmbH, Dr. Michael Jaffé, heute bei einer Informationsveranstaltung für die rund 100 Mitarbeiter in Waltenhofen. Das erst am 13. Januar 2012 von einem neuen Gesellschafter übernommene Unternehmen hatte am 17. Januar Insolvenzantrag stellen müssen.

Schon im Vorfeld jedoch hatten die Vorbesitzer damit begonnen, Produktionsanlagen abbauen zu lassen. Die Lieferung einer Alugussanlage nach Bulgarien konnte vom vorläufigen Insolvenzverwalter jetzt im letzten Moment gestoppt werden. „Für die Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit des Betriebes war es zunächst wichtig, die vorhandenen Anlagen und das Produktionsvermögen zu sichern.

Jetzt müssen wir unter Hochdruck Gespräche mit Kunden und Lieferanten führen, um von deren Seite Unterstützung für die Fortführung zu bekommen. Gleichzeitig müssen wir Liquidität schaffen, um den Geschäftsbetrieb stabilisieren und in Gang bringen zu können“, beschrieb der vorläufige Insolvenzverwalter heute vor den Mitarbeitern seine Aufgabe.

Die Lohn- und Gehaltszahlungen für die aktuell rund 100 Mitarbeiter des Gusswerks Waltenhofen
sind dabei nach Aussage von Jaffé zumindest bis Ende März gesichert. Der vorläufige Insolvenzverwalter leitete bereits mit Unterstützung der Agentur für Arbeit eine Vorfinanzierung des den Mitarbeitern zustehenden Insolvenzgeldes in die Wege. Für Dezember waren die Löhne und Gehälter noch bezahlt worden.

Das Gusswerk Waltenhofen besteht bereits seit 1947 und produziert Gussstücke für den Werkzeug-und Maschinenbau sowie die Automobilindustrie. Als Spezialist für besonders dünnwandige Gussstücke in einem Bereich zwischen 100 Kilo und 25 Tonnen nimmt das Unternehmen eine führende Stellung im Markt ein. Pro Woche produziert das Gusswerk etwa 150 bis 200 Tonnen.

Der Sanierungsexperte und Fachanwalt für Insolvenzrecht Dr. Michael Jaffé machte vor den Mitarbeitern kein Hehl daraus, dass man bei der Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs vor einer schwierigen Aufgabe stehe. „Wir wissen gegenwärtig nicht, wie belastbar die Zahlen und Forderungen sind, die wir vorgefunden haben. Erste Interessensbekundungen von potenziellen Investoren liegen uns jedoch bereits vor“, betonte der vorläufige Insolvenzverwalter. Auch die Vorgänge im Vorfeld des Insolvenzantrags werde man einer intensiven Prüfung unterziehen, um daraus gegebenenfalls Ansprüche für die Gläubiger abzuleiten.

Quelle: JAFFÉ Rechtsanwälte Insolvenzverwalter

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