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30. Oktober 2016

OTTO JUNKER GmbH: Keine Angst vor Herausforderungen

OTTO JUNKER GmbH: Keine Angst vor Herausforderungen

Stefanie Bischof, Leiterin des Schmelzbetriebs

Mit Vorurteilen braucht Stefanie Bischof erst gar keiner zu kommen. Denn sie hat allen mit Engagement und Kompetenz bewiesen, dass sie den durch männliche Mitarbeiter geprägten Schmelzbetrieb der Gießerei ERGOCAST Guss problemlos leiten kann. Und das überaus erfolgreich. Ein wichtiger Baustein des leistungsfähigen Schmelzbetriebes ist die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit OTTO JUNKER. Ein Gespräch mit der 38-Jährigen über ihre Akzeptanz in einem männergeprägten Beruf und die Entwicklung der Zusammenarbeit mit OTTO JUNKER.

Sie haben den Sprung als Quereinsteigerin in den Schmelzbetrieb von ERGOCAST Guss gewagt. Haben Sie zunächst gezögert?

STEFANIE BISCHOF: Ja, ich habe gezögert, weil mir die Gießereitechnik fremd war. Ich dachte, dass ich mir erst einmal praktisches Wissen über die Fahrweise der Anlagen aneignen sollte. Daher habe ich zu Beginn bei ERGOCAST Guss einige Monate lang Eisen gekocht. Dabei musste ich mich selbstständig bewähren. Nach zehn Monaten habe ich die Leitung des Schmelzbetriebes übernommen. Parallel dazu habe ich das theoretische Wissen durch ein Zusatzstudium der Gießereitechnik beim VDG erworben.

Im Produktionsprozess sind nahezu alle Mitarbeiter männlich. Wurden Sie als Leiterin akzeptiert?

STEFANIE BISCHOF: Am Anfang war ich für einige Mitarbeiter das „Kindchen Steffi“. Was sich aber schnell änderte. Bei Havarien habe ich mehrfach kurzfristig mutige Entscheidungen getroffen, die sich als richtig erwiesen haben. Damit kam die Akzeptanz. Jetzt denke ich, dass ich hier im Schmelzbetrieb genau richtig bin.

Konnte OTTO JUNKER zum Erfolg beitragen?

STEFANIE BISCHOF: Auf jeden Fall. In den vergangenen neun Jahren haben wir Anlagen von OTTO JUNKER in den Produktionsprozess integriert: Wie zum Beispiel eine Schmelzanlage mit zwei Mittelfrequenztiegelöfen mit 8.000 kg/6.000 kW in Duocontrol-Technik: Statt wie zuvor für zwölf Tonnen sechs Stunden zu schmelzen, schaffen wir nun acht Tonnen in nur einer Stunde. Das macht uns flexibler und wir sind gut gerüstet für kurzfristige Bestellungen von Kunden. Unsere Wettbewerbsfähigkeit konnten wir verbessern. Seit 2011 haben wir Energiesparspulen von OTTO JUNKER im Einsatz, wodurch wir Energie einsparen. Eine Investition, die sich für uns gerechnet hat. Bezogen auf unseren Gießofen haben wir zwei Neuentwicklungen von OTTO JUNKER im Einsatz: Die mit einem Linearantrieb arbeitende Stopfensteuerung und eine Impfeinrichtung. Beide Aggregate arbeiten sehr präzise und tragen zur Qualitätsverbesserung bei.

Wie hat sich die Zusammenarbeit von ERGOCAST Guss und OTTO JUNKER entwickelt?

STEFANIE BISCHOF: Sie ist immer partnerschaftlicher geworden und von Ehrlichkeit geprägt. Es ist ein Geben und Nehmen. Wir erhalten von OTTO JUNKER bei Neuentwicklungen günstige Zahlungsvereinbarungen. Beispielsweise haben wir die Stopfensteuerung erst nach erfolgreicher Erprobung komplett bezahlt. Andererseits kann OTTO JUNKER seine neuen Anlagen in der Gießereipraxis testen. Für OTTO JUNKER stellen sie damit Referenzanlagen dar. Wenn also OTTO JUNKER fragt, ob wir Interesse an einer neuen Entwicklung haben, sind wir sehr aufgeschlossen.

Welche Herausforderungen liegen vor Ihnen?

STEFANIE BISCHOF: Die Gießereibranche befindet sich in einem schwierigen Umbruch. Auch wir müssen stetig besser werden. Zum Beispiel gilt es, die Qualität der Werkstoffe weiter zu optimieren. Wir müssen zudem noch effizienter werden. So müssen wir beispielsweise die Abwärme besser nutzen. Hierbei wird uns OTTO JUNKER helfen können. Keine Frage, OTTO JUNKER ist ein wichtiger Partner für künftige Aufgabenstellungen.

ERGOCAST Guss-Produkte sind weltweit gefragt

ERGOCAST Guss aus Jünkerath fertigt Gussteile – beispielsweise – für Gas- und Dampfturbinen, Hydraulik und Antriebstechnik, Nutzfahrzeuge, Kunststoffspritzgießmaschinen sowie Kompressoren. Rund 210 Mitarbeiter erwirtschaften einen jährlichen Umsatz von 33 Millionen Euro. Die Exportquote liegt bei 35 bis 40 Prozent: Zu den Exportmärkten gehören unter anderem die USA, Österreich, Slowakei, Frankreich, Italien, Schweiz und der Iran.

ERGOCAST, und ihre „Jungs“:

Immer mit dem Herzen dabei

Kauffrau zu sein – das war zunächst ihr Berufsziel. Doch nachdem Stefanie Bischof ihre Ausbildung erfolgreich absolviert hatte, schlug sie einen anderen Weg ein und entschied sich für das Studium zur Diplom-Wirtschaftsingenieurin. Nach dem Studium wollte sie eine Arbeit übernehmen, bei der konkrete Ergebnisse ihrer Arbeit zu sehen sind und Dinge gestaltet und verändert werden können. Daher war sie anschließend fünf Jahre lang als Projektingenieurin in einer Molkerei tätig. Seit 2008 ist sie bei ERGOCAST Guss beschäftigt und leitet seit einigen Jahren den Schmelzbetrieb. Das erforderliche praktische und theoretische Wissen auf diesem Gebiet hat sie sich durch großes Engagement sehr konsequent angeeignet. Ihre Mitarbeiter und Vorgesetzten schätzen sie als engagiert, zielstrebig, offen und kollegial. Zum Zeitpunkt dieses Interviews stand Stefanie Bischof kurz vor dem Beginn ihres Schwangerschaftsurlaubs. Nach der Geburt ihres Kindes plant sie, so schnell wie möglich wieder in den Schmelzbetrieb zurückzukehren.  is zu vier Stunden möchte sie täglich vor Ort sein, weil das für eine Leiterin wichtig sei, betont die 38-Jährige. Die restliche Zeit wird sie von Zuhause aus einen engen Draht zu ERGOCAST Guss unterhalten. Keine Frage, der Schmelzbetrieb und ihre Mitarbeiter sind Stefanie Bischof ans Herz gewachsen.

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