Herr Seifert, „The Bright World of Metals“ gilt als weltweit führende Plattform für die internationale Metall- und Gießereiindustrie. Worauf können sich die Besucher 2027 freuen?
Malte Seifert: Vom 21. bis 25. Juni 2027 werden die GIFA, METEC, THERMPROCESS und NEWCAST erneut gemeinsam in Düsseldorf stattfinden. Unter dem Dach der „The Bright World of Metals“ präsentieren die vier weltweit führenden Fachmessen die gesamte industrielle Wertschöpfungskette – von der Rohstoffaufbereitung über Umform- und Thermoprozesse bis hin zu modernen Gusserzeugnissen. Die Besucher erleben eine Branche, die weltweit vor einem epochalen Wandel steht. Dekarbonisierung, KI und vernetzte Prozesse, neue Werkstoffe sowie dynamische Entwicklungen im Druckguss – insbesondere bei Aluminium- und Magnesiumlösungen – prägen die Agenda. Gleichzeitig wächst der internationale Austausch: Märkte wie Indien, die Türkei, Japan und Indonesien investieren massiv in neue Druckguss- und Schmelzkapazitäten sowie in Smart-Factory-Lösungen. Düsseldorf wird damit erneut zum globalen Treffpunkt einer Industrie, die sich technologisch und strukturell neu erfindet. „The Bright World of Metals“ vernetzt Forschung, Industrie und Politik und begleitet diesen Transformationsprozess aktiv als globale Bühne für Innovation und Dialog.
Die GIFA nimmt traditionell eine zentrale Rolle ein. Welche Entwicklungen stehen dort im Fokus?
Malte Seifert: Die GIFA ist die weltweit führende Plattform für Gießerei- und Druckgusstechnologie. Hier treffen Hersteller, Anwender und Forschungseinrichtungen zusammen, um neueste Lösungen zu präsentieren – von der Form- und Kernherstellung über Maschinen- und Anlagenbau, Großdruckgussmaschinen, automatisierte Gießzellen bis hin zur digitalen Prozesssteuerung. Besonders dynamisch wächst der Bereich des Leichtmetalldruckgusses: Aluminium und Magnesium ermöglichen weltweit neue Anwendungen – von Japan bis Spanien und von der Türkei bis Brasilien – etwa Strukturbauteile für die Elektromobilität und funktional integrierte Komponenten. Das zeigt eindrucksvoll, wie sich Werkstofftechnik, Simulation und Werkzeugentwicklung gegenseitig befeuern.
Welche technologischen und strategischen Trends prägen diesen Wandel?
Malte Seifert: Derzeit beobachten wir mehrere Schlüsselthemen, die die Zukunft der Branche maßgeblich bestimmen werden:
- Dekarbonisierung und grüne Energie, also klimafreundliche Prozesse, neue Energiequellen und energieeffiziente Thermoprozess-Technologien.
- Smart Factory und KI-Prozesse, bei denen Daten, Sensorik, Machine Learning und autonome Systeme die Fertigung effizienter machen.
- Kreislaufwirtschaft und Energienetze.
- Future Skills, Fachkräfteentwicklung sowie internationale Vernetzung und globale Technologieentwicklung – denn ohne diese Dimension wird die Transformation nicht gelingen.
Ob Echtzeit-Prozessregelung, KI-gestützte Qualitätssicherung, additive Werkzeugfertigung, Strukturbauteile oder energieoptimierte Schmelzanlagen: Die Innovationskraft ist enorm und zeigt, dass Transformation keine abstrakte Vision ist, sondern bereits gelebte Realität. Mit unseren Messen begleiten wir diesen Prozess weltweit und bieten eine Plattform, auf der Technologien, Märkte und Menschen zusammenkommen.
Wie ist „The Bright World of Metals“ inhaltlich positioniert?
Malte Seifert: Ein zentraler Bestandteil sind unsere internationalen Foren und Konferenzen – darunter die GIFA-, THERMPROCESS- und NEWCAST-Foren, das ecoMetals Forum, die European Steel Technology and Application Days (ESTAD) sowie die European Metallurgical Conference (EMC). Hier diskutieren Experten aus Forschung, Industrie und Politik über globale Trends, Lieferketten, neue Werkstoffe und den Wandel der Arbeitswelt. Diese Formate bilden den lebendigen Wissenshub einer Branche, die sich technologisch schneller verändert als je zuvor.
„The Bright World of Metals“ verfügt über eine sehr starke internationale Präsenz. Welche Bedeutung hat das für die Industrie?
Malte Seifert: Unsere Plattform reicht weit über Düsseldorf hinaus. Mit zehn internationalen Veranstaltungen in Asien, Afrika und Europa – darunter ANKIROS, ALUEXPO Istanbul, GIFA/METEC Indonesia, GIFA/METEC Middle East Africa, METEC India und THERMPROCESS China – unterstützen wir die Branche weltweit. Diese internationale Präsenz macht uns zu einem globalen Knotenpunkt für Wissenstransfer, Marktentwicklung und technologische Zusammenarbeit sowie zu einem strategischen Partner für eine Industrie, die global denkt und lokal transformiert.
Herr Seifert, vielen Dank für das Gespräch.