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Schwerkraftgießverfahren ROBOCAST V bei FILL im Augenschein in der BMW-Leichtmetallgießerei in Landshut

VDG-Landesgruppe Bayern beim Besuch vor Ort

Pressemitteilung | Lesedauer: min | Bildquelle: FILL
Thomas Fritsch, Chief Editor

Beim kürzlichen Besuch der VDG-Landesgruppe Bayern hatte Dr. Steffen Klan ein echtes Schmankerl parat, wie man in Bayern sagt.

Neben den aktuellen Neuigkeiten aus BDG und VDG und dem Netzwerktreffen konnten die Teilnehmer interessante Vorträge bei der BMW AG vor Ort mitnehmen.

Klaus Sammer stellte in seiner Standortpräsentation die BMW-Gießerei in Landshut kurz vor.

Die Leichtmetallgießerei ist der größte Produktionsbereich des BMW Group Werks Landshut und die einzige Fertigungsstätte für Leichtmetallguss der BMW Group europaweit. 2022 fertigten die ca. 1650  Mitarbeiter der Leichtmetallgießerei des BMW Group Werks Landshut 3,3 Millionen Gusskomponenten mit einem Gesamtgewicht von nahezu 67.000 Tonnen. Zum Produktionsumfang zählen Motorkomponenten wie Zylinderköpfe und Kurbelgehäuse, Komponenten für elektrische Antriebe oder großflächige Strukturbauteile für die Fahrzeugkarosserie.
Die Leichtmetallgießerei zählt zu den modernsten Gießereien weltweit. Die innovativen Fertigungsverfahren sind nachhaltig und wurden mehrfach ausgezeichnet. Zur Fertigung der Gussteile arbeitet die Leichtmetallgießerei unter anderem mit formgebenden Sandkernen. Die Sandkerne werden mit Hilfe anorganischer Bindemittel hergestellt. Dieses Verfahren ist nachhaltig und weltweit einmalig. Beim Gießen werden so gut wie keine Emissionen freigesetzt. Für die Serienproduktion der Gusskomponenten kommen fünf verschiedene Gießverfahren zum Einsatz. In Abhängigkeit vom jeweiligen Bauteilkonzept, den technologischen Anforderungen und dem Produktionsvolumen wird das jeweils am besten geeignete Gießverfahren ausgewählt.

2019 ist die Leichtmetallgießerei des BMW Group Werks Landshut erstmalig für ihren nachhaltigen Einsatz von Aluminium zertifiziert worden. Sie erfüllt die Standards der Aluminium Stewardship Initiative (ASI), einer internationalen Organisation, die von Umwelt- und Industrieverbänden, Aluminiumproduzenten sowie verarbeitenden Unternehmen getragen wird.

Seit 2021 bezieht die Leichtmetallgießerei außerdem Aluminium, für dessen Herstellung Strom aus Sonnenenergie zum Einsatz kommt. Dies ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Unternehmensziel, die CO2-Emissionen im Lieferantennetzwerk bis 2030 um 20% zu senken. Da die Herstellung von Aluminium sehr energieintensiv ist, hat der Einsatz von Grünstrom – wie beispielsweise Solarstrom – erhebliches Potenzial bei der Reduktion der CO2-Emissionen. Mit mehreren zehntausend Tonnen im Wert eines dreistelligen Millionen-Euro-Betrags deckt der Bezug des Solar-Aluminiums nahezu die Hälfte des jährlichen Bedarfs der Leichtmetallgießerei im Werk Landshut ab.


ROBOCAST V by FILL

Ein Ziel der VDG-Exkursion war diesmal die neu installierte Anlage der Firma Fill aus Oberösterreich. Mit ROBOCAST V, das zunächst von Harald Sehrschön von FILL vorgestellt wurde, hat die BMW AG ein hochinnovatives Schwerkraftgießverfahrenfür die Gehäusefertigung für E-Motoren – Heat BS 1 vor Ort. Diese Injector Casting Anlage läuft schon seit ein paar Monaten sehr präzise und effizient und soll durch eine weitere Anlage im weiteren Ausbau ergänzt werden.

Abgerundet wurde die gelungene Veranstaltung mit einem Vortrag von Frau Fangtian Deng, Fraunhofer IGCV zum Thema „Einfluss und Möglichkeiten zur online Überwachung des Zustandes von Kokillenschlichten“.

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