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Warum jede Gießerei ihre Prozesse digital überwachen sollte

Die Digitalisierung in Gießereien ist längst keine Zukunftsvision mehr. Sie hat sich zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor entwickelt. Steigende Energiekosten, höhere Qualitätsanforderungen, Fachkräftemangel und zunehmender Ausschussdruck erfordern schnelle, faktenbasierte Entscheidungen direkt in der Produktion.

Lesedauer: min | Bildquelle: Monitizer
Von: Thomas Fritsch, Chief Editor
Von: Oanh Larsen

In diesem Interview erläutert Nina Rasmussen, SVP und Head of Monitizer, wie Daten, KI und Transparenz die Gießereiprozesse weltweit neu gestalten. Sie erklärt, warum digitale Entscheidungsunterstützung heute unverzichtbar für Kostenkontrolle, stabile Qualität und nachhaltige Produktion ist – und was es in der Praxis wirklich braucht, damit digitale Transformation erfolgreich funktioniert.

Ein Gespräch für Gießereien, die Überraschungen reduzieren, Ausschuss senken und sichere, datenbasierte Entscheidungen treffen wollen.

FP: „Nina, Sie haben Monitizer durch eine bemerkenswerte Wachstumsphase geführt. Welche persönlichen Erfahrungen oder Branchenerkenntnisse haben Ihre Vision geprägt, IIoT und KI in den Kern traditioneller Gießereiprozesse zu integrieren?“

In den meisten Gießereien sind bereits viele Daten vorhanden. Die Herausforderung besteht jedoch darin, diese in entscheidungsrelevante Erkenntnisse zu überführen. Entscheidungen hängen häufig von einzelnen Experten ab, und Prozesse werden eher isoliert als ganzheitlich optimiert.

Genau diese Lücke hat die Vision hinter Monitizer geprägt. Unser Ziel war es nie, lediglich Daten zu sammeln, sondern sie zu zentralisieren, Expertenwissen zu sichern und organisationsweit als eine verlässliche „Single Source of Truth“ verfügbar zu machen. IIoT und KI ermöglichen es, Erfahrung skalierbar zu machen und komplexe Prozesse besser verständlich und steuerbar zu gestalten.

Was mich antreibt, ist die Unterstützung von Gießereien beim Übergang von reaktiver, fragmentierter Optimierung hin zu einer proaktiven, prädiktiven und faktenbasierten Sicht auf die gesamte Produktion.

FP: „Gießereien kämpfen seit jeher mit Qualitätsschwankungen und hohem Ausschuss. Wie geht Monitizer diese Herausforderungen anders an als klassische Automatisierungs- oder Qualitätskontrollsysteme?“

Klassische Automatisierung erzeugt große Datenmengen, jedoch häufig ohne echte durchgängige Prozesstransparenz. Informationen sind auf Maschinen, Systeme und Tabellen verteilt, wodurch Teams von einzelnen Experten und lokalen Korrekturen abhängig bleiben, anstatt ein ganzheitliches Prozessverständnis zu entwickeln.

Monitizer begegnet diesem Problem, indem Produktionsdaten über den gesamten Gießereiprozess hinweg zentralisiert und in einer klaren, übersichtlichen Darstellung zusammengeführt werden. So verstehen Teams Zusammenhänge zwischen Parametern besser, reduzieren Variabilität und handeln auf Basis von Fakten statt Intuition.

Ebenso wichtig ist die Sicherung kritischen Prozesswissens im Unternehmen. Expertise wird erfasst, geteilt und kontinuierlich weiterentwickelt – Verbesserungen werden nachhaltig und unabhängig von einzelnen Personen.

FP: „Mit Monitizer | PRESCRIBE lassen sich deutliche Ausschussreduzierungen erzielen. Wie gelingt es, hochentwickelte KI mit den praktischen Anforderungen und der Skepsis der Mitarbeiter in der Produktion zu verbinden?“

Gießereiteams verfügen über tiefes Fachwissen. Deshalb muss KI transparent und unterstützend sein – kein Blackbox-System, das Anweisungen erteilt. PRESCRIBE setzt bewusst auf Zusammenarbeit statt Ersatz. Das System liefert klare, umsetzbare Empfehlungen auf Basis realer Prozessdaten und ingenieurwissenschaftlicher Logik und macht die Zusammenhänge zwischen Parametern, Qualität und Ergebnissen im Dashboard sichtbar. Diese Transparenz schafft Vertrauen.

Sobald Teams konkrete Ergebnisse sehen – weniger Fehler, stabilere Prozesse und weniger „Feuerwehr-Einsätze“ – wandelt sich Skepsis ganz natürlich in Akzeptanz. Die KI etabliert sich als Entscheidungsunterstützung, die Menschen hilft, effizienter zu arbeiten, nicht sie zu ersetzen.

FP: „Monitizer lässt sich schrittweise einführen – von Datentransparenz bis hin zu KI-gestützter Optimierung. Welchen Rat geben Sie Gießereien mit begrenztem Budget oder Vorbehalten in der Belegschaft?“

Mein Rat ist einfach: klein anfangen, aber intelligent starten. Niemand muss alles auf einmal digitalisieren. Viele Gießereien beginnen mit Datentransparenz durch Monitizer | DISCOVER und erhalten erstmals Echtzeit-Einblick in das tatsächliche Geschehen in der Produktion. Schon dieser erste Schritt bringt schnelle Erfolge, da zentrale KPIs sichtbar und verknüpft werden und Verbesserungspotenziale früh erkannt werden können.

Darauf aufbauend lässt sich der Weg zu tiefergehender Analyse und KI-gestützter Optimierung nahtlos fortsetzen. Lösungen wie Monitizer | PRESCRIBE nutzen dieselbe Datenbasis und ermöglichen den Übergang vom Prozessverständnis zur aktiven Steuerung und Verbesserung.

Dieser schrittweise Ansatz stellt sicher, dass sich das System an die Gießerei anpasst – nicht umgekehrt. Unternehmen können sich auf kritische Prozesse konzentrieren, im eigenen Tempo skalieren und jeden Schritt durch messbaren operativen Nutzen rechtfertigen. So wird Digitalisierung zu einer pragmatischen Reise statt zu einem riskanten IT-Projekt.


FP: „Viele Gießereien verfügen über Daten, aber nicht über verwertbare Erkenntnisse. Wie ermöglicht Monitizer Echtzeitentscheidungen mit messbarem ROI?“

Das ist ein weit verbreitetes Problem. Daten sind vorhanden, aber fragmentiert, verzögert oder zu komplex, um daraus zu handeln. Monitizer verwandelt diese Daten in entscheidungsreife Echtzeitinformationen – über intuitive Dashboards, Live-Alerts und KI-basierte Empfehlungen. Statt Tage oder Wochen später auf Berichte zu reagieren, können Teams sofort eingreifen, Parameter anpassen, Fehler vermeiden und Stillstände verhindern.

Der ROI zeigt sich in sehr konkreten Ergebnissen: weniger Ausschuss, höhere Ausbringung, stabilere Qualität, weniger ungeplante Stillstände und verbesserte Energieeffizienz. Da diese Verbesserungen direkt im System nachverfolgt werden, sehen Kunden in der Regel bereits innerhalb weniger Monate messbare finanzielle Effekte – mit einer klaren und transparenten Wirtschaftlichkeitsrechnung.

FP: „Über Kosten- und Ausschussreduzierung hinaus – wie unterstützt Monitizer Nachhaltigkeit und Effizienz zugleich?“

In Gießereien gehen Nachhaltigkeit und Effizienz Hand in Hand. Jeder Prozentpunkt Ausschuss bedeutet verschwendete Energie, Material und Emissionen.

Durch stabilere Prozesse, weniger Fehler und optimierten Ressourceneinsatz hilft Monitizer, den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren und gleichzeitig die Produktivität zu steigern. Weniger Ausschuss bedeutet weniger Umschmelzen, und bessere Prozesskontrolle verhindert unnötigen Energie- und Materialverbrauch.

Darüber hinaus unterstützt Monitizer langfristige Nachhaltigkeitsziele. Verlässliche Daten ermöglichen transparente Berichterstattung, unterstützen Compliance-Anforderungen und fördern fundierte Investitionsentscheidungen – digitale Transparenz wird so zur Basis operativer Exzellenz und Zukunftsfähigkeit.

FP: „Digitale Transformation wird oft als Ersatz von Expertise verstanden. Wie verstärkt Monitizer stattdessen den Wert erfahrener Gießereiingenieure?“

Ingenieurwissen in der Gießerei ist unersetzlich. Monitizer hat nicht die Aufgabe, dieses Wissen zu ersetzen, sondern es skalierbar zu machen.

Indem Prozesswissen in Datenmodellen, Dashboards und KI-gestützten Erkenntnissen abgebildet wird, bleibt kritisches Know-how im Unternehmen erhalten – auch wenn sich Rollen verändern. Ingenieure verbringen weniger Zeit mit Datensammlung und mehr Zeit mit Prozessverbesserung.

Monitizer verstärkt menschliche Expertise durch bessere Transparenz und klarere Einblicke und ermöglicht so fundiertere Entscheidungen und nachhaltigen Mehrwert dort, wo er wirklich zählt.

FP: „Was sehen Sie als nächsten großen Entwicklungsschritt für digitale Gießereien weltweit – und wie ist Monitizer dafür positioniert?“

Die nächste große Entwicklungsstufe ist der Übergang von lokaler Optimierung zu vernetzten, globalen Produktionsnetzwerken. Gießereigruppen streben zunehmend nach standardisierten KPIs, geteilten Best Practices und Echtzeit-Wissensaustausch über Standorte hinweg.

Monitizer ermöglicht genau das durch gemeinsame, live verfügbare Dashboards, auf die Teams standort- und länderübergreifend zugreifen können. Verschiedene Werke arbeiten mit denselben Daten, unterstützen sich gegenseitig in Echtzeit und machen lokale Erfahrung zu organisatorischem Wissen.

Dieser Wandel von isolierter Problemlösung hin zu kollaborativen, datengetriebenen Prozessen definiert die Zukunft der digitalen Gießerei. Da Monitizer nahtlos von einzelnen Maschinen bis hin zu globalen Netzwerken skaliert, ist das System ideal positioniert, diesen Wandel anzuführen.

FP: „Was motiviert Sie persönlich als SVP und Head of Monitizer, und welchen Führungsstil verfolgen Sie?“

Mich motiviert vor allem der messbare Impact bei unseren Kunden. ch komme aus einem industriellen Umfeld und habe 16 Jahre bei DISA, einer Partnermarke der Unternehmensgruppe, sowie 4 Jahre bei Monitizer gearbeitet, stets in enger Zusammenarbeit mit Gießereien weltweit. Diese Erfahrung hat mein Verständnis von Digitalisierung geprägt – als praxisnahes Werkzeug, um technische Komplexität in nutzbare Erkenntnisse zu übersetzen.

Bei Monitizer ist Technologie nie Selbstzweck. Der Fokus liegt stets auf realen Ergebnissen: weniger Ausschuss, Energieeinsparungen, höhere Prozessstabilität und mehr Nachhaltigkeit. Wenn Kunden die Kontrolle über ihre Daten gewinnen und konkrete Verbesserungen sehen, wird die Arbeit sinnvoll.

Als Führungskraft bleibe ich nah an der Realität der Kunden ebenso wie an der Technologie. Innovation zählt nur dann, wenn sie operativen Mehrwert schafft. Deshalb entwickeln wir unsere Lösungen gemeinsam mit Kunden auf Basis realer Anwendungsfälle. Führung bedeutet für mich, Daten in Ergebnisse zu verwandeln und Teams zu befähigen, echte Transformation zu liefern – nicht nur Software.

FP: „Was hilft Ihnen, neue Perspektiven zu gewinnen und Energie zu tanken – und wie beeinflusst das Ihre Entscheidungen?“

Ich schöpfe Energie aus dem Austausch mit Fachkollegen anderer Branchen. Zu sehen, wie sie ähnliche Herausforderungen angehen, eröffnet oft neue Perspektiven. Reisen spielen ebenfalls eine große Rolle, da unterschiedliche Kulturen den Blick auf Problemlösungen und Innovation erweitern.

Ganz persönlich begeistern mich Escape Rooms. Sie fördern kreatives Denken, Mustererkennung und Fortschritt auch dann, wenn die Lösung nicht sofort offensichtlich ist. Diese Haltung übertrage ich in meine Arbeit: neugierig bleiben, Zusammenhänge erkennen, die andere übersehen, und offen für unkonventionelle Lösungen sein.

 

Vielen Dank, Nina!

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