Partner

Siempelkamp Giesserei kritisiert Wegfall des Spitzenausgleichs und offeriert pragmatische Lösungen

Massive Belastungen für den Mittelstand befürchtet

 

Lesedauer: min

Der Haushaltsentwurf der Bundesregierung für das Jahr 2024 sieht die Abschaffung der Erstattung von bis zu 90 Prozent der Energie- und Stromsteuer durch einen Spitzenausgleich für energieintensive Unternehmen vor. Die Geschäftsführung der Siempelkamp Giesserei, Weltmarktführer für Handformguss, verurteilt diese Entscheidung als eine branchenschädigende Maßnahme, die den Wirtschaftsstandort Deutschland im Hinblick auf seine ohnehin mangelnde internationale Wettbewerbsfähigkeit bei den Energiekosten langfristig weiter beeinträchtigen wird. "Es fehlt nach wie vor ein tragfähiges Konzept für die zwingende Einführung eines Industrie- oder Transformationsstrompreises. 
Gleichzeitig wird eine der wenigen bestehenden Entlastungen für energieintensive Unternehmen nun kassiert, um scheinbar bestehende Haushaltslöcher an anderer Stelle zu stopfen. Als mittelständisches Unternehmen fragt man sich inzwischen, ob unsere Produktion von Komponenten, die nachweislich zentrale Bausteine der Energiewende sind, hier noch gefragt ist", sagt er. erklärt Dirk Howe, Geschäftsführer und Sprecher der Siempelkamp  Gießerei. Das Unternehmen, das viele unverzichtbare Bauteile für den Energieanlagen-, Maschinen- und Automobilbau herstellt, befürchtet, dass die Abschaffung der Steuererleichterung zu weiteren erheblichen Mehrkosten führen wird.Die Abschaffung der Steuererleichterung wird in Zukunft weitere erhebliche Mehrkosten verursachen.

Politik hat mehrfach Versprechen gebrochen – und stößt die Industrie nun zusätzlich vor den Kopf

Die Siempelkamp Giesserei gehört mit einem jährlichen, elektrischen Energiebedarf vonüber 50 Gigawattstunden zu einem der energieintensiven Unternehmen in Nordrhein-Westfa-len. Der Stromverbrauch entspricht dem einer Kleinstadt mit 20.000 Einwohnern. Bereitsdurch die Strompreisanstiege im Zuge der Energiekrise entstanden der Gießerei Mehrkosten in Millionenhöhe. „Auch hier hatten wir auf ein deutliches Signal durch die Politik gehofft, um dieser Entwicklung – wie auch in anderen europäischen Staaten – entgegenzutreten – sei es durch einen Industriestrompreis oder eine kurzfristige Anpassung des Merit-Order-Systems. Beides ist nicht passiert. Ebenfalls dürfen wir daran erinnern, dass es ein klares Wahlversprechen unseres heutigen Bundeskanzlers zur Einführung eines Industriestrompreises von 4ct/kwh gab. Stattdessen vertröstete auch der Parlamentarische Staatssekretär Michael Kellner als Mittelstandbeauftragter, dass es rückwirkende Hilfen für energieintensive Unternehmen geben würde. Auch diese Zusage ist nicht gehalten worden“, ärgert sich Howe. Dass 2024 nun durch die Abschaffung des Spitzenausgleichs auf die mittelständische Industrie auch noch eine de facto Steuererhöhung zukomme, ist für die Krefelder Industrie-Experten vollends unverständlich.

Das Unternehmen, das viele unverzichtbare Bauteile für die Energieerzeugung, den Maschinenbau und den Automobilsektor herstellt, befürchtet, dass der Wegfall der Steuererleichterungen in Zukunft zu weiteren erheblichen Mehrkosten führen wird.

Mehrkosten für Kunden wie Verbraucher und sinkende Wettbewerbsfähigkeit

Dass die Energiepreise in Deutschland im internationalen Vergleich hoch sind, ist hinlänglich bekannt. Die dadurch teurer hergestellten Produkte führen am Ende zu deutlichen Mehrkos- ten für Verbraucher und einer weiteren Benachteiligung des Industriestandorts Deutschland.

Dadurch kann keine nachhaltige Bekämpfung der Inflation stattfinden und gleichzeitig wird der Wirtschaftsstandort Deutschland geschädigt, der mehr und mehr an Wettbewerbsfähigkeit verliert“, fasst Dirk Howe die unbefriedigende Situation zusammen: „Mit dem Wegfall des Spitzenausgleichs wird Energie weiter verteuert und somit die Situation noch zusätzlich verschärft – das kann doch nun wirklich nicht Ziel der Politik sein!“

Vorschlag von pragmatischer Lösung statt bürokratischer Subventionen

Die Siempelkamp Giesserei fordert schon lange einen Energie-Masterplan, der offen und ehrlich den Weg der Energieversorgung Deutschlands zur Klimaneutralität benennt. „Aktuell werden alle Betriebe, die die Transformation von fossilen Brennstoffen zu Strom angehen, mit deutlich höheren Kosten bestraft, denn der Strom kostet erheblich mehr und der Wegfall des Spitzenausgleichs verschlimmert diesen Zustand noch weiter“, ärgert sich der Geschäftsführer der Siempelkamp Giesserei: „Daher muss ein Industriestrompreis, wie er auch in anderen EU-Staaten gilt, den Betrieben helfen, die aktuell teuren Strompreise planbar und wettbewerbsfähig zu halten.“ Dabei will die Siempelkamp Giesserei keine Geschenke auf Kosten der Steuerzahler. 

„Die einfache Lösung: Ein Industriestrompreis kann auch im Sinne einer Zwischenfinanzierung einen heutigen Industriestrompreis mit den niedrigen Strompreisen von morgen ausgleichen. Das heißt, der Staat hilft bei der Finanzierung der heutigen Strom-Mehrkosten und erhält bei niedrigen Strompreisen der Zukunft die Differenz wieder zurück – ein universeller CfD (Contract for Difference) für die energieintensive Industrie das schafft Planungssicherheit auf allen Seiten, welche Grundvorrausetzung für die erforderliche Investitionen ist.“, ist Dirk Howe überzeugt.

Siempelkamp Giesserei als Teil der Lösung

Die Siempelkamp Giesserei ist fest entschlossen die Transformation der energieintensiven Industrie am Standort Deutschland mitzutragen und hat in den vergangenen Jahren hohe Beträge in Digitalisierung und Prozessoptimierung investiert, um die Nachhaltigkeit des Unternehmens zu steigern. „Keine Gießerei für Handformguss weltweit produziert so nachhaltig wie wir. Keine auf so große und robuste Bauteile spezialisierte Gießerei hat so eine gute CO2-Bilanz. Ohne diese Bauteile gibt es weder Elektrofahrzeuge noch Rohstoffe für Energiespeicher, oder die Produktion von klimaneutralem Stahl. Wichtig ist, dass wir als energieintensives Unternehmen nicht dafür abgestraft werden, dass wir – prozessbedingt – für unser Investment in Zukunftstechnologien viel Strom benötigen, wir sprechen in diesem Zusammenhang auch immer über CO2 Produktivität. “, erinnert der Geschäftsführer Dirk Howe: Gerade, wenn für nur drei einzelne Firmen – Intel, Thyssen Krupp, Salzgitter AG – knapp 13 Mrd. Euro Subventionen ausgelegt werden, sollte man überlegen, wie viele hunderte Mittelständler mit zig-tausenden Beschäftigten mit diesem Betrag in der Transformation unterstützt werden hätten können. Dadurch wäre eine derartige Geldmenge viel risikodiverser und breiter durch viele, innovative Schultern getragen! Fair und sinnvoll wäre, ein ähnliches Budgetin den deutschen Mitte.

Über Siempelkamp

Siempelkamp ist eine weltweit tätige Unternehmensgruppe mit den Geschäftsbereichen Maschinen und Anlagenbau, Gusstechnik sowie Engineering und Service. Weltweit sorgen annähernd 3.000 Mitarbeiter dafür, dass die Siempelkamp-Gruppe mit ihren Technologien in der Weltspitze vertreten ist. Die Siempelkamp Giesserei in Krefeld hat sich auf die Herstellung handgeformter Großgussteile bis 320 Tonnen aus Gusseisen mit Kugelgrafit spezialisiert und gehört mit einer Gussmenge von über 60.000 Tonnen pro Jahr sowie über 400 Mitarbeiter:innen zu den größten Handformgießereien der Welt. Das umfassende und kundenorientierte Leistungspaket beinhaltet den gesamten Produktionsprozess von der Konstruktion, den Berechnungen, dem Modellbau, der Formerei über den Abguss bis zur mechanischen Bearbeitung sowie Verpackung und Transport.


 

Firmeninfo

Siempelkamp Giesserei GmbH

Siempelkampstr. 45
47803 Krefeld
Germany

Telefon: +49 2151 894-0

[26]
Socials