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Foundry Daily News

Deutschland mag den Dieselmotor nicht mehr – Die spinnen, die Deutschen

Sie reden ihre Technologie schlecht, Gerichte verordnen Fahrverbote, das könnte ein fataler Fehler sein.

Zwischenruf von Thomas Fritsch Editor in Chief www.foundry-planet.com

 


Bis heute sind es elf deutsche Städte in denen Gerichte Dieselfahrverbote anordneten, die einzigen Dieselfahrverbote wegen Stickoxiden weltweit.

Politik, Industrie, Experten und Bürger sind irritiert wie mit der einst so hoch gelobten Dieseltechnologie verfahren wird und erleben nach den Mogeleien der Automobilindustrie das nächste Dieseldesaster durch Fahrverbote ab 2019 und die Fahrzeughalter einen schleichenden Wertverlust ihrer Fahrzeuge, dabei sind auch relativ neue PKW betroffen. 

Wer hat das Dieselchaos ausgelöst?
Dieselmotoren halten nicht, was die Hersteller versprechen und deutsche Gerichte sprechen Fahrverbote für Innenstädte und jetzt sogar Autobahnen aus, weil der Diesel für die Immission verantwortlich gemacht wird.

Deutsche Automobilhersteller haben es vorgezogen in manipulierte Software anstelle von sauberer Dieselentwicklung zu investieren und haben massiv getrickst. Die Europäischen Regierungen haben dem sehr strengen der EU Grenzwert von 40µg bei Stickoxiden auf 1m³ Luft zugestimmt ohne diesen Grenzwert realistischen Lebens- und Messumständen gegenüberzustellen. Während in Amerika ein Grenzwert von 100 µg/1m³ akzeptiert wird und in Europa am Arbeitsplatz in der Industrie ein Grenzwert von 950 µg/1m³ zulässig ist wirkt der Grenzwert im Straßenverkehr von 40 µg/1m³   absurd und willkürlich. Immer mehr Mediziner melden sich zu Wort um darzustellen, dass Stickoxide an sich und in den Werten um 40 µg noch nicht schädlich und schon gar nicht lebensbedrohlich seien.

Dennoch hat der umstrittene Lobbyistenverein Deutsche Umwelthilfe (DUH), der hinter den Klagen und den Gerichturteilen steckt, faktisch Recht bekommen. Anerkannte Werte sind rechtsstaatlich einzuhalten, auch dann, wenn sie der Praxis nicht gerecht werden, denn so dürfen in denselben Städten, in denen Fahrverbote kommen auch künftig Schiffe und LKW ganz gemütlich ihre Bahnen ziehen, ganz zu schweigen, dass Stickoxide auch vom Bremsstaub  Reifenabrieb und anderen Immissionen stammen können. Stickoxide werden europaweit gemessen, unterliegen aber zum Teil unterschiedlichen Bedingungen (z.B. unterschiedliche Messpositionen), die die Einhaltung der strengen EU Stickoxid Grenzwerte anderorts offensichtlich ermöglichen. Es ist schon erstaunlich, dass in Europa nur in Deutschen Städten die Messwerte überschritten sind.

In Deutschland ist der Dieselmotor schuld – Der Anfang vom Ende der Dieseltechnologie?
In Deutschland hat man die Schuldigen ausgemacht,  es sind die Dieselmotoren in PKW. 

Nun, es gilt sicher die Diskussion zu versachlichen, denn der Dieselmotor ist dem Benziner hinsichtlich CO² Immission überlegen. Die von der EU geforderten CO² Grenzwerte von 95 µg scheinen in weiter Ferne und so drohen für die Automobilhersteller ab 2021 horrende Strafen hinsichtlich CO² Immissionen.

Das könnte wieder für den Dieselantrieb sprechen, der hier deutliche Vorteile hat. Kommunen können im ÖPNV Maßstäbe setzen, neben grundsätzlich neuen urbanen Verkehrskonzepten macht hier die Entwicklung von Elektroantrieben vermutlich am meisten Sinn Die Automobilhersteller könnten klare Aussagen zu den Perspektiven der unterschiedlichen Antriebstechnologien setzen, aber sie zaudern auch jetzt wieder, unfähig ein Bekenntnis in die ausgereifte Dieseltechnologie zu geben. Ganz offensichtlich haben OEMs, Politik und Verbände ganz andere Ziele und trauen sich nicht diese einer Europäischen Öffentlichkeit darzustellen.

Pro Diesel im Mix verschiedener Antriebe und Verkehrskonzepte – Eine gesellschaftliche Frage für Politik und Verbände und die Industrie muss sich bekennen 
Der Dieselantrieb scheint in seiner Entwicklungsreife, seiner Sparsamkeit und im Kosten/Nutzenverhältnis zum E-Antrieb absolut wettbewerbsfähig, zumindest mittelfristig.

Er stösst weniger CO² aus als Benziner und Politik und Gesellschaft und Kommunen sollten einen Konsens erarbeiten, der einen lebensnahen Gebrauch von Dieselfahrzeugen auch im strengen Deutschland möglich machen ohne die Umwelt- und Gesundheitsaspekte aus den Augen zu verlieren.

Aber es kann nicht sein, dass ein Abmahnverein, der sich Umwelthilfe nennt, ein ganzes Land und eine ganze Technologie, eine Industrie samt der Zulieferer unterjocht und ad absurdum führt.

„Die 4. Industrielle Revolution wird weniger durch Technologie oder Wirtschaft getrieben sondern durch die Gesellschaft“ betonte Joe Kaeser, Präsident und CEO der Siemens AG auf dem World Economic Forum in Davos. Jetzt hat die Gesellschaft mit  der Politik und  den Industrieverbänden die Chance die Weichen neu zu stellen, aber doch bitte nicht gegen eine Technologie, die sich bewährt hat und auch künftig so lange gebraucht wird, bis E-Mobilität oder Brennstoffzelle wirklich bessere Umweltverträglichkeit darstellen oder die Gesellschaft den Weg für eine revolutionäre Verkehrspolitik frei macht.

Andernfalls lacht die ganze Welt über Deutschland, das ohne Not seine Dieselindustrie vernichtet, erste Anzeichen sind schon erkennbar, die Dieselzulassungen in Deutschland verringerten sich in den letzten 4 Monaten deutlich um etwa 12%.

Es ist höchste Zeit dem Unfug ein Ende zu setzen und klar Position zu beziehen. Es muss ein Ruck durch die Gesellschaft gehen,  nicht zum Nachteil der Ökologie, aber zu Gunsten der Vernunft und auch für die Planungssicherheit in der Gussindustrie. Das ist Aufgabe von Politik und Industrieverbänden, die ganz schnell ihren Pflichten nachkommen müssen in Deutschland und in Europa und die OEMs in der Automobilindustrie müssen jetzt Klarheit schaffen, wie es mit dem Diesel weiter geht. Es genügt nicht die Ankündigung, dass Milliarden in die Elektromobilität gesteckt werden. Das ist alles ok, aber überzeugt die Gesellschaft nur ungenügend, es steht sehr viel auf dem Spiel!

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